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Wenn Frauen* wollen, kommt alles ins Rollen

Fast 30 Jahre nach dem Frauenstreik am 14. Juni 1991 sind wir in der Schweiz in Sachen Gleichstellung schon weiter, aber immer noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem ich sein möchte.

JUSO Nach wie vor sorgen wir Frauen* für die Hausarbeit, die Erziehungsarbeit und die Pflege zu Hause, ohne die unsere Gesellschaft und Wirtschaft nicht funktionieren könnten. Frauen* sind Sexismus, Diskriminierung, Stereotypisierung und Gewalt ausgesetzt, am Arbeitsplatz, in der Ausbildung, auf der Strasse, zu Hause und in den staatlichen Institutionen.

Darum werden wir am 14. Juni 2019 erneut streiken. Wir bestreiken die bezahlte Arbeit, die Hausarbeit, die Sorgearbeit, die Schule, den Konsum. Wir streiken, weil wir Gleichstellung nicht nur auf dem Papier wollen, sondern weil wir in einer Gesellschaft leben wollen, in der Frauen* und Männer* die gleichen Chancen haben. Weil wir nicht mehr wegen unseres Geschlechts diskriminiert werden wollen.

Einzelne Frauen verneinen, dass sie diskriminiert werden und sprechen dem Feminismus seine Legitimation ab. Dies ändert nichts an den Erfahrungen der Mehrheit.

Es ist verlockend, unsere Gesellschaft als ‚aufgeklärt’ zu bezeichnen und zu sagen, dass wir Feminismus nicht (mehr) brauchen. Doch im Alltag gibt es immer noch sehr viele Situationen, in denen Frauen* aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden. Fast alle Frauen könnten da mit einer grossen Liste eigener Erfahrungen aufwarten.

Deswegen streiken am 14. Juni Frauen* in der ganzen Schweiz auch in Zug. Am Nachmittag versammeln wir uns vor dem Regierungsgebäude, um unsere Forderungen zu übergeben. Am Abend feiern wir auf dem Landsgemeindeplatz. Ich freue mich sehr darauf, mit vielen Aktivistinnen* für die Frauen*rechte einzustehen. Denn ich habe die unterschwelligen Sprüche satt, die mir meine Kompetenz absprechen, die mich kleiner machen sollen, die mich nur aufgrund meines Geschlechts abwerten. Dies muss endlich ein Ende haben. Dafür lohnt es sich zu kämpfen und am 14. Juni zu streiken.


Zuger Woche vom Mittwoch, 1. Mai 2019, Seite 12