E-Paper - 28. Januar 2015
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Gegen Radikalisierung

KANTON Zur Reaktion auf die Pariser Anschläge

Obwohl man sich des Risikos für terroristische Anschläge in Europa bewusst war, trafen die Attentate von Paris unsere demokratischen Gesellschaften mit ihren freiheitlichen Werten im Kern. Entsprechend stark und solidarisch fielen die Reaktionen aus.

Von der Sicherheitsdirektion

Neben den Bekundungen der Regierungschefs, sich gemeinsam den Herausforderungen zu stellen, verstärken die meisten Staaten ihre Si-cherheitsdispositive auch die Schweiz. Dies ist notwendig, wenn die Bevölkerung vor den erhöhten Risiken geschützt werden soll.

Suche nach Lösungen

Wie aber finden wir zurück zur Normalität? Wie können wir verhindern, dass die offenen und demokratischen Gesellschaften von religiös, politisch oder sonst wie radikalisierten Landsleuten bedroht werden? Auf diese Fragen müssen wir Antworten finden, wenn wir unsere Freiheiten nicht schleichend und ständig beschneiden wollen. Dies wäre letztlich die Konsequenz, wenn die Sicherheitsmassnahmen fortlaufend erhöht werden müssten. Wir tun gut daran, ein ausgewogenes Verhältnis von Freiheit und Sicherheit zu erhalten. «Dialog baut Ängste ab und lehrt die Menschen, einander zu verstehen», sagte Christian Rutishauser, Provinzial der Schweizer Jesuiten, am vergangenen Freitag in der Neuen Zuger Zeitung. Und die gleiche Haltung drückte der deutsche Bundestagspräsident Norbert Lammert in seiner Rede zu den Pariser Anschlägen aus: «Ein Zusammenleben ist nur mit Verständigung, Verständnis, Respekt und wechselseitiger Rücksichtnahme möglich.» Ich teile dies voll und ganz. Wir müssen aufeinander zugehen, wenn wir eine Entfremdung und Radikalisierung vermeiden wollen. Wissen wir, wie unsere Nachbarn denken und was unsere Jugend bewegt? Wenn wir nicht miteinander sprechen, erfahren wir es nie. Wer in einen Dialog mit seinen Mitmenschen tritt, nimmt sie ernst und respektiert sie. Und dieser Austausch vermittelt Werte. Dabei ist die Schweizer Kultur eine des Dialogs und des Austauschs. Sie pflegt eine lange Tradition, Minderheiten und Strömungen unterschiedlichster Couleur einzubinden. Und sie wird seit je von einer aktiven und engagierten Bevölkerung gelebt und getragen. Die Arbeitsplätze, Schulen und Vereine sind heute die wichtigen Treffpunkte für die Menschen aus verschiedenen Lebenswelten in unserem Land. Hier treten wir in den Dialog und hier vermitteln wir die Werte. Hier leistet die Bevölkerung Bedeutendes, ganz ungeachtet der politischen Diskussion, die oft von Angst und Ablehnung geprägt ist und darauf politisch reagiert.

Zuger Woche vom Mittwoch, 28. Januar 2015, Seite 2 (68 Views)

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