E-Paper - 08. April 2015
Zuger Woche
E-Paper - Auswahl
E-Paper - Ansicht
 
 

Vom Leintuch zur Tasche

BAAR Die Aktion «Zuger helfen Zugern» startet schon im Frühling

Bei der Weihnachtsaktion «Zuger helfen Zugern» zeigten sie erstmals ihre vielen Vorteile. - Die selbstgenähten Stofftaschen sind praktisch und gut.

Von Lilian Fritze

Zwischen 10 und 15 Kilogramm wogen die gefüllten Taschen, die am 20. Januar und am 3. Februar dieses Jahres im Rahmen der Weihnachtsaktion «Zuger helfen Zugern» verteilt wurden. Dieses Mal wurden die Spendengüter aber nicht in den herkömmlichen Coop- oder Migros-Taschen abgeben, sondern in bunten und stabilen Stofftaschen, hergestellt aus gesammelten Textilien.

Aus alt mach neu

GGZ@Work holt jede Woche Textilien aus den Zuger Ökihöfen ab. Kleidung, die den Qualitätsansprüchen genügt, wird in den Secondhandläden an der Altgasse und an der Dorfstrasse angeboten. Die Textilausbeute besteht jedoch nicht nur aus Kleidungsstücken, sondern auch aus alter Bettwäsche. Aus dieser werden unter anderem Putzlappen hergestellt, die später an verschiedene Werkstatt- und Garagenbetriebe verkauft werden. Viele gesammelte Textilien werden so der lokalen Wiederverwertung zugeführt.

Probleme mit Papiertüten

Im Rahmen der Weihnachtsaktion «Zuger helfen Zugern» wurden die mit Lebensmitteln und Artikeln des täglichen Bedarfs > Seite 3 gefüllten Taschen an bedürftige Zuger abgegeben. Bisher wurden immer Papiertüten von Coop oder Migros gefüllt. Eine gute Sache, wenn da das extreme Gewicht des Inhalts nicht wäre. Kombiniert mit Nässe konnten die Tüten der Belastung nicht standhalten. Ein Problem, das Yolanda Fässler von GGZ@Work lösen wollte.

Eine Tasche, viele Vorteile

Nach einigem Überlegen kam Fässler die Idee. Aus Unmengen an alter Bettwäsche müssten sich doch praktische und stabile Taschen schneidern lassen. Gedacht, getan - im betriebseigenen Nähatelier machten sich fleissige Hände an die Arbeit.

Sinnvolles Arbeitstraining

Das Nähen der Stofftaschen war für die im Nähatelier beschäftigen Personen ein gutes Training. Zuschneiden, ausmessen, Nähmaschinen vorbereiten - alles Arbeiten, die Übung brauchen. Ein nützliches Produkt von A bis Z selbst herzustellen, bereitet nicht nur Freude, sondern ermöglicht es den Näherinnen und Nähern auch, die Übung zu gewinnen, die dann für «richtige» Kundenaufträge benötigt wird. Yolanda Fässler betont in diesem Zusammenhang: «Bei der Aktion Zuger helfen Zugern können auch unsere stellenlosen Teilnehmer mit ihrem Einsatz etwas dazu beitragen, von Armut betroffenen Menschen zu helfen. Das finde ich toll und es gibt Befriedigung.»

Eine gute Sache

GGZ@Work-Recycling hat mit den Bettwäsche-Taschen in vielerlei Hinsicht gewonnen. - Die zukünftigen «Zuger helfen Zugern»-Aktionen können, wie die letzte, ohne gerissene Taschen abgewickelt werden, im Nähatelier wird nicht einfach an sinnlosen Stoffresten geübt und «Recycling» wird bei all dem wirklich gross geschrieben. Eine tolle Sache in jeder Hinsicht, die wir gerne auch in Zukunft unterstützen.

redaktion@zugerwoche.ch

Zuger Woche vom Mittwoch, 8. April 2015, Seite 1 (151 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE

 
 

<   April   >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30