E-Paper - 15. April 2015
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Neue Wohnformen nötig

GLP Auch hier braucht es Raum für gemeinschaftliches Wohnen im Alter

Unsere Altersheime sind in den letzten Jahren zu eigentlichen Pflegeheimen geworden und haben eine grosse Lücke hinterlassen.

Von Michèle Kottelat

In den südlichen Ländern Europas leben seit jeher mehrere Generationen unter einem Dach. Anders in der Schweiz, wo man bereits im 16. Jahrhundert begonnen hat, Bürgerheime und später Altersheime zu bauen. Doch unsere Altersheime sind in den letzten Jahren zu eigentlichen Pflegeheimen geworden und haben eine grosse Lücke hinterlassen. Um das Altersheim zu ersetzen, brauchen wir Mehrgenerationenprojekte und Raum für neue Wohnformen, für gemeinschaftliches Wohnen. Über neue Wohnformen im Alter wird an vielen Kongressen gesprochen. In Grundsatzpapieren wird der Ruf nach einer Neuausrichtung der Alterswohn- und Pflegepolitik unter Einbezug von neuen Wohnformen im Alter immer lauter. Die Menschen werden nicht nur älter, sondern es gibt auch einen ständig wachsenden Anteil an Alleinstehenden. Die gesellschaftliche Akzeptanz von neuen Wohnformen und Wohntypen ist in den letzten Jahren grösser geworden. Das Amt für Raumentwicklung des Kantons Zürich hat Ende 2012 die Studie »Wohnbedürfnisse und Wohnmobilität im Alter Heute und in Zukunft, die Babyboomer und ältere Generation im Fokus» einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Diese interessante Studie zeigt auf, dass 10 Prozent sich ein Leben in einer gemeinschaftlichen Wohnform vorstellen können. Es sind besonders Alleinstehende, welche diesen Wunsch äussern. Doch die Wohnwünsche unterscheiden sich stark, je nach sozialem Status. Alleinstehende aus dem Mittelstand möchten eine eigene Wohnung, umgeben von gemeinsamen Aufenthaltsräumen. Geschiedene und Verwitwete sprechen sich überdurchschnittlich für gemeinsame, alternative Wohnformen aus. Sie sind es nicht gewohnt, alleine zu wohnen, und kommen mit dieser Situation oft nur schwerlich zurecht. Um neue Wohnformen zu ermöglichen, braucht es die entsprechenden Bauten. Deshalb mein Aufruf an Pensionskassen, Investoren und Baugenossenschaften: öffnet den Fokus und baut Raum für gemeinschaftliche und generationenübergreifende Wohnformen! Auch der Kanton Zug wird seinen Beitrag leisten können, indem er auf dem alten Kantonsspital innovativen Projekten den Vorzug geben wird.

Zuger Woche vom Mittwoch, 15. April 2015, Seite 15 (87 Views)

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