E-Paper - 22. April 2015
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Zugs Narr...

...sagt, es scheint, als würden gewisse Ärzte merkwürdige Prioritäten setzen. Kann es tatsächlich sein, dass Schönheit vor Gesundheit kommt? Dem Narr ist eine Geschichte zu Ohren gekommen, die genau das behauptet. Folgendes soll sich zugetragen haben: Eine Frau kratzt sich aus Versehen ein Muttermal auf. Das Muttermal heilt, wird aber grösser und dunkler. Besorgt sucht sich die Frau im Internet einen Dermatologen heraus und hofft, diesen möglichst rasch aufsuchen zu können. Beim gewählten Hautarzt stellt sich dann aber schnell heraus, dass ein Termin erst in drei Monaten zu haben ist. Auch beim zweiten Dermatologen, der, wie auch der erste schon, Botoxbehandlungen anbietet, ist kein früherer Besuch möglich. Erst der dritte Arzt hat endlich Zeit für die verunsicherte Frau. Tatsächlich wird das Muttermal schon wenige Tage später entfernt (Verdacht auf ein Melanom). Obwohl noch mal alles gutgegangen ist, wird die Frau nachdenklich und wagt einen kleinen Test - Sie ruft die beiden ersten Hautärzte an und vereinbart einen Termin für eine Botoxbehandlung, den sie innert einer Woche bei beiden auch prompt bekommt. Es versteht sich von selbst, dass dieser plötzliche Terminsegen bei der Frau einige Fragen offenliess. Kann es tatsächlich sein, dass teure Botoxbehandlungen vor wichtigen Hautchecks kommen? Natürlich hoffen wir sehr, dass es sich hier um einen dummen Zufall gehandelt hat. Das ungute Gefühl lässt sich aber nicht vertreiben. Denn auch wenn allgemein ungültige Schönheitsideale immer wichtiger werden, sollten sie doch nie über gesundheitliche Belange gestellt werden.

Zuger Woche vom Mittwoch, 22. April 2015, Seite 3 (71 Views)

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