E-Paper - 20. Februar 2019
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Streikrecht für weibliche Staatsangestellte? Nein!

Von Cornelia Stocker

Noch ist nicht alles im grünen Bereich in Sachen Gleichstellung. Zweifellos gibt es in gewissen Bereichen, vor allem bei der Lohngleichheit immer noch Handlungsbedarf.

FDP Wirtschaft und Gesellschaft müssen mit Nachdruck auf eine raschmöglichste Eliminierung dieser Diskriminierung sorgen. Für den 14. Juni rufen Gewerkschaften und verschiedene Frauenorganisationen wiederum zu einem schweizweiten Streik auf. Sie wollen gemeinsam auf die Strasse gehen, um sich gegen Lohndiskriminierung und für Lohngleichheit und partnerschaftliche Familienstrukturen einzustehen.

Aber ein Streik hat noch nie zu einer Lösung beigetragen. Im Gegenteil, er ist wenig zielführend, wird bei Andersdenkenden als Provokation empfunden und verhärtet somit die Fronten weiter. Einzig eine grosse mediale Aufmerksamkeit ist ihm gewiss. Zahlreiche Frauen - und Männer sowieso - distanzieren sich von solchen Aktionen. Denn sie sind überzeugt, mit Hartnäckigkeit und konziliantem Ton ist mehr zu erreichen als mit dem jährlichen gut inszenierten plakativen Protest.

Den Bogen als definitiv überspannt erachte ich die jüngste Forderung von linksgrünen Kreisen, die weiblichen Staatsangestellten am 14. Juni von ihrer Arbeit zu dispensieren, wohlverstanden ohne Überstunden einzuziehen oder einen Ferientag daran zu geben. Nach Gleichstellung rufen und die Männer dabei zu diskriminieren, ist Provokation in Reinkultur. Ob Mann oder Frau, wer an einem solchen Manifest teilnehmen will, soll das als Privatperson tun und darf nicht das Zeitbudget des Arbeitgebers belasten.

Ihren Lohn erhalten die Zuger Staatsangestellten von den Steuerzahlern. Es ist bestimmt nicht in deren Sinn, wenn die Schulkinder am 14. Juni rumhängen, weil ihre Lehrerin am Frauenmanifest teilnimmt. Wieso setzen sich die Sympathisantinnen nicht dafür ein, dass ihr Aktionstag zum Beispiel auf den zweiten Samstag im Juni gelegt wird? So könnte auch die Gleichstellungsklage der Männer abgewendet werden.

Zuger Woche vom Mittwoch, 20. Februar 2019, Seite 21 (14 Views)

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