E-Paper - 27. Februar 2019
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In vino veritas - Im Wein ist Wahrheit

Von Dany Kammüller

Es gibt wohl nicht mehr viel, das man über das Thema Wein nicht schon geschrieben oder gesagt hat. Trotzdem anbei ein paar Tipps vor allem für Neueinsteiger und Geniesser.

Konsum Von vermeintlichen Weinkennern hört man gern den Ausspruch, das ist der beste Wein der Welt. Dazu sagen wir, es gibt keinen besten Wein der Welt. Es ist der Wein gut oder der Beste, der dem Konsumenten schmeckt. Daher muss eine gute Flasche Wein auch nicht teuer sein. 100, 500 oder 1000 Franken, das sind Weine für Millionäre oder Sammler. Eine sehr bekannte Marke in der Hochpreisklasse ist das Haus Château Mouton Rothschild. Dort wird derzeit eine spezielle Abfüllung des Jahrganges 2009, in der 7.5 dl Flasche für 949 Franken gehandelt. Ein 6er Karton kostet demnach 5694 Franken. Wer es vermag, soll sich daran erfreuen. Wir einfachen, kleinen Weingeniesser können oder wollen uns solche Weine wohl gar nicht leisten, zumal man auch hier vermutlich nur schon für den Namen und die Etikette ein paar Hundert Franken bezahlt. Und, ob dieser Wein wirklich soviel besser ist als beispielsweise ein leichter, süffiger Schweizer Dôle aus dem Kanton Wallis, möchte ich hier gar nicht kommentieren. Es gibt Weine, da kostet die Flasche gar 11'000 Franken und eine der teuersten Flaschen, die je verkauft wurde (sechs Liter Flasche der Marke «Screaming Eagle Cabernet Sauvignon 1992») bezahlte ein Liebhaber sage und schreibe 224'000 Euro ...

Wein verstehen?

Es gibt Fachleute, die schreiben einem Wein Eigenschaften zu, die man wohl nur als absoluter Kenner oder lieblich gemeint «Weinspinner» nachempfinden kann. Ich schmecke bei einem Wein den Traubengeschmack heraus, dann vielleicht noch ein wenig das Holz aus dem Fass und eine beerige Unternote. Bei einem vermeintlichen Weinkenner klingt eine Expertise dann schon mal wie folgt: «Sehr dunkle, dichte Farbe. Noch verschlossene Nase, Cassis, Violet, leicht rauchig, Zedernholz, würzig. Im Gaumen kräftig, voll, sehr konzentriert, unglaublich viele, reife Gerbstoffe, wunderbar ausgewogen. Ausserordentlich langer Abgang. Grosser Wein.» So der Beschrieb des zuvor erwähnten Weines aus dem Hause Rothschild: Château Mouton Rothschild 1er Cru Classé Pauillac AOC 2009.

Wein geniessen

Wie gesagt über das Thema Wein wurde wohl schon alles gesagt und geschrieben, was man sagen und schreiben kann. Und im Internet gibt es Abermillionen Einträge, die sich mit dem Thema Wein befassen. Liebe Weintrinker oder solche, die es noch werden möchten. Es gibt auch in der Klasse von 13 bis 15 Franken absolute vollmundige Spitzenweine, denn wie eingangs erwähnt, es ist der Wein gut, der dem Konsumenten schmeckt oder gefällt. Aber das ist ja mit allen guten und schönen Sachen im Leben der Fall. Dem einen gefällt ein Lamborghini, dem anderen ein VW Polo. Und so gibt es eben auch beim Wein Ferraris und Polos. Und je nach Jahrgang können die Preise auch variieren, da eben nicht nur ein Auto, sondern auch ein guter Wein eine Wertanlage sein kann.

Weingeschäfte aus der Region

Ob Sie sich nun mit Weinen auskennen oder nicht. Wir empfehlen Ihnen so oder so, lassen Sie sich bei einem Sachverständigen aus Ihrer Region beraten. Beschreiben Sie ohne Scheu was Sie mögen und was nicht und die Händler werden Sie auf den richtigen Weg führen. Ich zum Beispiel liebe schwere, fruchtige Italiener/Sardinien, Sizilien, die einen beerigen Geschmack aufweisen. Andere mögen es lieber sanft und leicht. Und Sie?

redaktion@zugerwoche.ch

Zuger Woche vom Mittwoch, 27. Februar 2019, Seite 12 (12 Views)

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