E-Paper - 27. Februar 2019
Zuger Woche
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Kultur Die Fasnacht ist für viele die schönste Zeit des Jahres. Doch diese wunderbaren Tage haben auch ihre Schattenseiten, eine davon ist der Müll, der dabei entsteht. Wer räumt diesen weg und wie kann man die Abfallberge reduzieren? Wir gingen dieser Frage auf den Grund.

Abfallmengen

Besonders auffällig ist, dass bei der Baarer Fasnacht deutlich mehr Kehricht anfällt, als bei der Zuger Chesslete. In Zahlen sind das etwa 91 Kubikmeter in Baar > Seite 3 und acht Kubikmeter in Zug. Dies kann unter anderem daran liegen, dass in der Stadt Zug Mehrwegbecher mit einem Depotsystem verwendet werden. Sowohl in Zug, als auch in Baar fällt jeweils nur wenig recyclingfähiger Abfall an.

Gereinigt wird am Schluss

Laut Jascha Hager, OK Präsident der Zuger Chesslete und gleichzeitig zuständig für die Reinigung des Werkhofes Zug, fahren die Kehrmaschinen der Stadt Zug quasi als letzte Nummer an der Zuger Chesslete über die Strasse und reinigen diese. Liegengebliebener Abfall wird in die Mülltonnen geworfen. Bei der Fasnacht in Baar stehen, gemäss Eduard Zumbach vom Werkhof Baar, drei Reinigungsmaschinen im Einsatz. Ausserdem sind viele Helfer mit Besen und Laubbläser unterwegs.

Klebende Konfetti

Die grösste Herausforderung stellen laut den beiden Werkhöfen die Konfettischnipsel dar. Vor allem bei Nässe oder zu später Strassenreinigung kleben die bunten «Papierfötzel» hartnäckig am Boden. Zudem haben bei Nässe auch die Reinigungsmaschinen einen schweren Stand.

Einwegflaschen

Gemäss Auskunft von Jascha Hager stellen aber auch die von den Fasnächtlern selbst mitgebrachten Konsumgüter wie Einwegflaschen ein Problem dar, die dann überall herumliegen. Die Barbetreiber haben dann zwar den Abfall, aber nicht die Einnahmen der fremdgekauften Waren. Dabei wären sie und die Vereine auf diese Einnahmen angewiesen, da sie ausnahmslos ehrenamtlich arbeiten.

Unterschiedliches Bewusstsein

Auf die Frage, ob es den Fasnächtlern bewusst ist, welche Leistung die Verantwortlichen der Abfallentsorgung erbringen, ist man in Zug und Baar geteilter Meinung. Jascha Hager: «Ich denke es ist wohl den wenigsten Fasnächtlern bewusst, dass irgendjemand die von ihnen weggeworfenen Flaschen, Kartonteller und Aludosen nach den Veranstaltungen aus den Büschen fischen oder vom Boden aufheben muss.» Daher am Schluss noch ein Tipp von

Jascha Hager: «Liebe Zuger Fasnächtler, wir stellen genügend Abfallkübel auf. Benutzt diese! Es sind kaum mehr als zehn Meter vom einen bis zum nächsten Kübel. Zudem kauft auch eure Getränke, der Umwelt und den Strassenreinigern zuliebe, bei den Bar- und Zeltbetreibern vor Ort, denn dort gibt es Mehrwegbecher mit Depot.»

Gemeinde Baar

Eduard Zumbach vom Werkhof Baar findet das Verhalten der Fasnachtsbesucher an der Räbefasnacht an sich recht gut. Hier wird das Reinigungspersonal von den Fasnächtlern selbst und auch von den zahlreichen Passanten sehr geschätzt. Die Organisatoren der Baarer Fasnacht könnten aber seiner Meinung nach vermehrt verschiedene Trennsysteme anbieten.

Fazit

Grundsätzlich ist die Reinigung und die Abfallentsorgung an der Fasnacht in den Zuger Gemeinden sehr gut organisiert. Das Bewusstsein, wie viel Arbeit durch den Abfall entsteht, scheint jedoch nicht bei allen Fasnächtlern gleich ausgeprägt zu sein. Ebenfalls problematisch ist die Tatsache, dass an der Fasnacht nicht viel recyclingfähiger Abfall entsteht. Dieser Problematik könnte man unter Umständen entgegentreten, wenn man die von Eduard Zumbach zuvor angesprochenen Trennsysteme anwenden würde. Aber im Endeffekt liegt es an der guten Kinderstube eines jeden Einzelnen, dass er den Abfall, wie Zuhause, dort entsorgt, wo er hingehört.

redaktion@zugerwoche.ch

Zuger Woche vom Mittwoch, 27. Februar 2019, Seite 3 (21 Views)

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