E-Paper - 27. Februar 2019
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Waffenrichtlinien: die Gegner zielen auf die falsche Scheibe

Von Karen Umbach

Nach den Terroranschlägen in Grossstädten und der steigenden länderübergreifenden Kriminalität hat die EU beschlossen, die Waffengesetzgebung im Schengen-Raum anzupassen. Mit der Änderung soll auch der illegale Waffenhandel besser bekämpft werden.

FDP Weil die Schweiz Mitglied des Schengenraums ist, muss sie diese Verschärfung übernehmen und das eigene Waffenrecht entsprechend anpassen. Dagegen kann sich eigentlich niemand vernünftigerweise wehren, möchte man meinen. Schliesslich geht’s auch um unsere ganz persönliche Sicherheit.

Ein Trugschluss! Die Schützenverbände, die Gesellschaft für ein freiheitliches Waffenrecht pro Tell und die SVP bekämpfen die Verschärfung des Waffenrechts unter dem Dach der Interessengemeinschaft Schiessen Schweiz (IGS). Sie wittern einen Angriff auf die Schweizer Schützentradition und haben das Referendum ergriffen. Sie behaupten gar, die Freiheit und das Überleben einer urtümlichen schweizerischen Tradition hänge davon ab. Dabei dürfen zum Beispiel Armeewaffen in der Schweiz nach dem Militärdienst weiterhin daheim aufbewahrt werden. Ein Privileg über das man im restlichen Europa nur verwundert staunen kann.

Den Gegnern eines an die veränderten Bedrohungen angepassten Waffenrechts geht’s in Tat und Wahrheit um etwas Anderes: Sie wollen der EU eins auf den Deckel geben wieder einmal. Grundsätzlich wird nichts akzeptiert, das nicht in der eigenen Suppenküche gekocht worden ist. Sicherheit und Gefahrenlage hin oder her. Eine Ablehnung des Waffengesetzes gefährdet aber die Schengen/Dublin-Mitgliedschaft der Schweiz unmittelbar.

Ein Wegfall von Schengen/Dublin würde zu einem akuten Sicherheitsverlust führen. Unsere Sicherheitsbehörden hätten keinen Zugang mehr zu den gesamteuropäischen Fahndungsdatenbanken, die Kosten für Grenzkontrollen würden in die Milliarden steigen, die Flughäfen müssten umgebaut werden, unsere persönliche Reisefreiheit würde massiv eingeschränkt und es würde ein enormes Asyltourismusproblem geschaffen.

Fazit: Wir sollten der Teilrevision des Waffenrechts am 19. Mai unbedingt zustimmen. Im Interesse unserer Freiheit und unserer Sicherheit.

Zuger Woche vom Mittwoch, 27. Februar 2019, Seite 30 (11 Views)

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