E-Paper - 13. März 2019
Zuger Woche
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«Ich suchte meine Eigenständigkeit und Freiheit im Tun und Sein»

Von Dany Kammüller

Stefan Meier gehört zweifellos zur Crème de la Crème der Schweizer Gastroszene. Aber trotz seiner grossen Karriere und seines Erfolges blieb er stets bescheiden und auf dem Boden.

Interview Nach diversen Wanderjahren in den grössten Gasthäusern der Schweiz, kam Stefan Meier 1983 nach Zug und übernahm zusammen mit Hubert Erni das Restaurant Rathauskeller. Eine Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf.

Stefan du sagtest dereinst, du hast durch deine Grossmutter die Leidenschaft an der Küche entdeckt, wie hast sie dich inspiriert?

Durch ihre Ruhe, Leidenschaft und Souveränität.

Wenn man deine umfassende Karriere den Lesern näherbringen möchte und um dir gerecht zu werden, müsste man ein Buch über dich schreiben. Trotzdem die Frage wer oder was ausser deinem «Grosi» hat dich und deine Karriere massgeblich geprägt?

Louis Pelletier (Nouvelle Cuisine) und Auguste Escoffier (französische Küche).

Du bist nun seit 35 Jahren im Rathauskeller tätig und deine Leidenschaft brennt noch immer. Wie machst du das und woher nimmst du immer wieder die Ideen für deine famosen Kreationen?

Durch mein junges, engagiertes Team, das mich zu neuen Höchstleistungen anspornt.

Vor ein paar Jahren hast du dich von der «Gault-Millau-Familie» verabschiedet, was war der springende Punkt?

Ich suchte meine Eigenständigkeit und Freiheit im Tun und Sein.

Wo siehst du die Gastronomie in 10 - 20 Jahren. Ist eine Revolution wie die Nouvelle Cuisine noch mal möglich?

Nein, das bestimmt nicht. Das Kochen wird mehr und mehr wieder zu seinen Wurzeln zurückfinden. Eine authentische, gefühlsarme, naturverbundene Küche wird sich in der Zukunft noch mehr etablieren. Ich selbst befinde mich bereits in diesem Prozess.

Was hältst du von Kochsendungen im Fernsehen?

Gar nichts, alles nur Show!

Du bist der kulinarische Leiter des Genuss Film Festivals 2019. Welche lukullischen Highlights erwarten die Besucher in diesem Jahr?

Jeder Tag wird selbstverständlich ein Highlight werden. Besonders hervorheben möchte ich jedoch die Verleihung des Koch-Awards an Frau Irma Dütsch für Ihr Lebenswerk (Sonntag, 5. Mai 2019)

Auch sozial engagierst du dich. Fast seit der ersten Stunde, 1983 beherbergst du in deinem Lokal die Aktion «Offene Zuger Wiehnacht», die unter anderem von Graziella Christen Terrani ins Leben gerufen wurde. Wie kam es dazu?

Es gab dazumal noch keine Lokalitäten, die bereit waren, für eine offene Weihnacht.

Graziella wurde kürzlich dank der Aktion «Zuger Wiehnacht» zur Zugerin des Jahres gewählt, das ist ja mitunter auch dein Verdienst. Quasi ein sozialer Ritterschlag der Zuger für diese Aktion. Was sagst du dazu?

Es hat mich natürlich sehr gefreut, vor allem für Graziella selbst, da sie diese Auszeichnung mehr als verdient hat. Nach wie vor finde ich die «Zuger Wiehnacht» ein geniales Engagement.

Stichwortfragen: Sag bitte zu jedem der folgenden zehn Stichworten maximal drei Worte:

James (sein Sohn): Zielstrebig, bescheiden, verlässlich.

Irene Lo Bianco: Treue Seele.

FIFA Weltkongress: Der Perfekteste organisierteste Anlass.

Patron: Vorbild sein.

Wein: Macht zufrieden.

Stumpfe Messer: Ein No-Go.

Aromat: Kriminell.

Cervelat: Aber nur Appenzeller.

Take-away: Firstclass ja.

Aus der Region: Das lebe ich.

Was gefällt dir am Kanton Zug am besten?

Die Berge und Seen.

Und zum Schluss sag, was du willst.

Jeder Tag zufrieden seiner Leidenschaft nachzugehen, ist der Schlüssel zum Erfolg.

Zuger Woche vom Mittwoch, 13. März 2019, Seite 27 (6 Views)

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