E-Paper - 24. April 2019
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Zug: Stopp der Zersiedelung

Von Christian Iten

Im Zugerland lässt es sich leben. Doch die Zersiedlung schadet der Natur und der Wohnqualität. Was wird unternommen, um den Bauboom zu stoppen und die Landschaft zu schützen?

Kanton Baumaschinen fahren auf und Fundamente werden ausgehoben. Einen Kilometer entfernt dasselbe Bild der Bauboom im Kanton Zug hält an. Unsere Landschaft leidet vermehrt unter der Zersiedlung. Auch neue Einzonungen schaden der Wohnqualität im Kanton Zug. Mit entsprechenden Massnahmen, wie der Teilrevision des Zuger Planungs- und Baugesetzes, über das wir am 19. Mai abstimmen, will man derartigen Strömungen entgegenwirken.

Keine neuen Einzonungen

Um die Zersiedlung im Kanton Zug effektiv zu stoppen, darf es keine neuen Einzonungen mehr geben. Der Baudirektor des Kantons Zug, Florian Weber meint: «Der Kantonsrat hat im Zuger Richtplan klar festgelegt, dass es keine neuen Einzonungen mehr gibt. Somit wird sich die Siedlungsentwicklung im bereits bebauten Gebiet abspielen.»

Zuger Landschaft schützen

Die Natur und vor allem die Landschaft im Kanton Zug muss geschützt werden, nur wie? > Seite 3 «Der Kanton Zug hat für alle rechtlich zulässigen Bauten in der Landschaft eine Arbeitshilfe erstellt. Daran halten sich die Gemeinden und der Kanton bei der Erteilung der Baubewilligung», so Florian Weber. «Der Kanton und die Gemeinden sorgen mit diesen Instrumenten für eine gute Baukultur ausserhalb der Bauzone, was nicht zuletzt der zugerischen Landschaft zugute kommt.»

Flora und Fauna

Der Kanton Zug schützt die Fauna und Flora, natürliche Bachläufe und andere Landschaftsformen seit Jahrzehnten: «Gezielte Aufwertungsmassnahmen gemeinsam mit den Eigentümerschaften werten die Zuger Landschaft auf, wie die Renaturierung von Bächen, neue Trockenmauern, Hecken oder Teiche für Frösche», so Baudirektor Florian Weber weiter.

Abstimmung im Mai

Am 19. Mai wird das Thema «Bauen im Kanton Zug» nochmals intensiv angefeuert, wenn es zur Abstimmung über die Teilrevision des Planungs- und Baugesetzes (PBG) kommt. Der Bundesrat will mit dem neuen Gesetz das Bauen ausserhalb der Bauzonen neu regeln. Das grundlegende Prinzip der Trennung von Baugebiet und Nichtbaugebiet bliebe gewahrt. Alle Kantone in der Schweiz, also auch der Kanton Zug, sollen künftig einen grösseren Gestaltungsspielraum erhalten. Damit dieser genutzt werden kann, muss ein entsprechender Ausgleich geschaffen werden, indem zum Beispiel nicht mehr benötigte Bauten beseitigt werden. Mit der neuen Gesetzesregelung soll die Zersiedlung effektiv gestoppt werden.

Parolen der Parteien

Die Parteien sind sich bezüglich des PBG nicht ganz einig: CVP, FDP und GLP befürworten die Vorlage, während sie von der SP, ALG und SVP abgelehnt wird.

Unabdingbare Rechtssicherheit

Laut Daniel Stadlin, Kantonsrat GLP Kanton Zug, sei das PBG eine Kompromisslösung, die nicht allen Forderungen nach ressourcenvollen Umgang nachkommt. Dennoch sei es fraglich, so Stadlin, ob bei Ablehnung der Vorlage und Neuauflage der Gesetzesänderung ein besseres Ergebnis erzielt würde. Das wichtigste Pro-Argument für die Vorlage sei die Erfüllung der Vorgaben des Bundes und die unabdingbare Rechtssicherheit.

Forderungen nicht erfüllt

Auf der Gegenseite empfiehlen SP und ALG ein Nein in die Urne zu legen. Die Vorlage repräsentiere das politisch Machbare, aber erfülle anderseits die Forderung nach Balance zwischen Privaten und der öffentlichen Hand nicht, so Barbara Gysel, Präsidentin der SP Kanton Zug. Ein Nein zum PBG kommt auch von der SVP. Die Parteimitglieder haben die Vorlage grossmehrheitlich abgelehnt.

Fazit

Der Kanton Zug ist nach wie vor von der Zersiedlung bedroht, Landschaft sowie Natur leiden darunter. Von Seiten des Kantons wurden zwar bereits Massnahmen ergriffen, um die Natur und Landschaft zu schützen. Zudem soll es ja auch keine weiteren Neueinzonungen mehr geben. Geht es der Zersiedlung im Kanton Zug nun also wirklich an den Kragen? Oder handelt es sich hier einmal mehr um ein politisches Ränkespiel, mit der einen oder anderen, für den Bürger noch nicht erkennbaren Hintertür? Wenn man die Zersiedelung im Kanton Zug wirklich stoppen will, stellt sich auf der anderen Seite die Frage wohin mit all den neuen Zuwanderern? Wir lassen uns überraschen und blicken doch noch ein wenig skeptisch in die Zukunft. Ihre Meinung ist gefragt, schreiben Sie uns Ihre Meinung an:

redaktion@zugerwoche.ch

Zuger Woche vom Mittwoch, 24. April 2019, Seite 1 (5 Views)

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