E-Paper - 01. Mai 2019
Zuger Woche
E-Paper - Auswahl
E-Paper - Ansicht
 
 

«Ich erfinde mich selbst immer wieder gerne neu»

Von Kristina Gysi

Name: Severin Hofer

Beruf: Kindergärtner

Wohnort: Zug

Interview Künstler, Kritiker, Freigeist. Das ist Severin Hofer. Mit seinem Essay «Punkten durch Bildung» sprach der Absolvent der Pädagogischen Hochschule Zug (PHZ) eine Thematik an, die wohl vielen Menschen am Herzen liegt. Welche Reaktionen erhielt er auf den kritischen Text und was bewegt den jungen Zuger? Mehr dazu erfahren Sie hier im Interview.

Severin, dein Buch «Punkten durch Bildung» wirft ein kritisches Licht auf das Hochschulsystem. Wie kamst du zu deinen Ansichten und Schlüssen?

Während meiner Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule habe ich Situationen erlebt, die ich als widersprüchlich empfand. Das Reden und Handeln an der Hochschule war für mich nicht deckungsgleich. Dies brachte mich zum Nachdenken und schlussendlich dazu «Punkten durch Bildung» zu veröffentlichen.

Welche Reaktionen erhieltest du auf die Lektüre «Punkten durch Bildung»?

Mehrheitlich erlebte ich positive Reaktionen. Es fühlten sich viele Studierende und auch teilweise Dozierende mit dem Buch angesprochen. Ich führte interessante Gespräche und stellte fest, dass meine Kernaussagen auf Verständnis stiessen. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Kritik gab.

Welchen wesentlichen Punkt betreffend Bildung und Schule würdest du sofort ändern, wenn du könntest?

An Pädagogischen Hochschulen sollten meines Erachtens Haltungsfragen ins Zentrum rücken. Es darf in dieser Ausbildung nicht ausschliesslich um Methoden und Didaktik gehen. Die Studierenden sollen auch dazu angeregt werden, sich mit ihren eigenen Haltungen auseinanderzusetzen.

Was hältst du vom Zuger Kultur- und Nachtleben?

Das Kultur- und Nachtleben in Zug ist abwechslungsreich und nimmt Fahrt auf! Einerseits beleben Bars wie beispielsweise das «Café Glücklich» und das «Mantra» das Nachtleben. Andererseits sorgen engagierte Kräfte für Highlights wie das «Rock the Docks» oder das «Waldstock».

Auf welche Projekte von dir darf man in Zukunft gespannt sein?

Ich erfinde mich selbst immer wieder gerne neu.

Was bedeutet für dich Kunst?

Kunst stellt für mich heute in erster Linie ein Markt mit Angebot und Nachfrage dar. Jedoch hat es die Kunst aus meiner Sicht nicht verdient, derart stark ökonomisiert zu werden. Die Kunst sollte als Ausdruck eines Menschen wahrgenommen werden und nicht als Kapitalanlage. Das wiederum bedeutet nicht, dass Kunst nichts kosten darf. Ich meine damit, dass Geld bei der Betrachtung von Kunst nicht in den Fokus geraten soll.

Du bist Teil des Künstlerduos Hoffnung+Kiwi. Mit welcher Art von Kunst beschäftigt ihr euch? Was zeichnet euch aus?

Hoffnung+Kiwi lässt sich keiner bestimmten Sparte zuordnen. Wir folgen hauptsächlich unserer Neugier und der Lust, neue Dinge auszuprobieren. Das Tun an sich steht bei uns immer über dem Erreichen eines Ziels. Wir streben nicht nach Perfektion, sondern begeben uns immer wieder auf Entdeckungsreise in fremde Disziplinen.

Was gefällt dir am Kanton Zug?

Obwohl der Kanton Zug überschaubar ist, gibt es immer wieder neue Dinge zu entdecken. Wir haben ein vielseitiges, kulturelles Angebot mit einigen Nischen.

Und zum Schluss, sag, was du willst:

Im Hertizentrum gibt es eine neue Zwischennutzung. Mein Tipp: Vorbeischauen und Ideen ausleben!

Zuger Woche vom Mittwoch, 1. Mai 2019, Seite 28 (22 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE

 
 

<   Mai   >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31