E-Paper - 01. Mai 2019
Zuger Woche
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Abfall Das Zuger Volk kann sich grundsätzlich kaum beklagen, was die Sauberkeit seines Kantons betrifft. Die Strassen sind stets geräumt, grosse Abfallberge findet man nur im Müll oder in dafür vorgesehenen Deponien denkt man zumindest. Doch auch wenn das im Grossen und Ganzen zutrifft, gilt es trotzdem einen Blick hinter die Zuger Sauberkeitsfassade zu werfen. Denn auch in diesem Kanton gibt es Plätze, an denen gerne mal etwas «unabsichtlich» fallen gelassen wird. Wir sind der Meinung, dass es einmal mehr notwendig ist, die Bevölkerung auf ebendiese Problematik aufmerksam zu machen. Denn auch wenn sich in Sachen Littering in den vergangenen Jahren einiges getan hat, gibt es noch immer Menschen, die den Unterschied zwischen einem Wald und und einem Mülleimer noch nicht erkannt zu haben scheinen.

Zahlen und Fakten

Die Schweizer sind gut im «Dräckle»: In Sachen Müllproduktion stehen wir im gesamteuropäischen Vergleich auf dem dritten Rang, noch vor Deutschland, Frankreich und Italien! 80 bis 90 Millionen Tonnen Abfall produziert das Schweizer Volk jährlich. Damit kommen > Seite 3 wir auf rund 706 Kilogramm Abfall pro Person und Jahr. Schockiert? Verständlich. Ein kleiner Trost bei diesen horrenden Zahlen ist, dass die Schweiz gleichzeitig Recyclingweltmeister ist. 217 Kilogramm Abfall pro Kopf und Jahr werden in der Schweiz recycelt. Zum Vergleich: Der gesamteuropäische Schnitt liegt bei gerade einmal 81 Kilogramm.

Güselgraus

Dass man Abfall produziert, ist die eine Sache. Wie man diesen jedoch entsorgt, ist eine ganz andere Geschichte: Man sieht zwar selten, wie ein Autofahrer seine PET-Flasche in hohem Bogen aus dem Auto wirft. Unter der Brücke sieht die Welt aber schon anders aus, wie Sie auf dem Bild rechts oben erkennen können.

Bestrafung von Umweltsündern?

Menschen, die ihren Abfall aus einem fahrenden Auto werfen, kann man nur schwer zur Rechenschaft ziehen. In den meisten Fällen bleibt dies ungesühnt. Doch im Kanton Zug werden Umweltsünder, die beim Littering beobachtet werden, seit 2013 mit einer Geldstrafe von Einhundert Franken bestraft. Seither hat sich einiges getan: Müll an Strassenrändern oder auch an belebten öffentlichen Plätzen ist immer seltener zu finden. «Die meisten Ordnungsbussen werden von den Sicherheitsassistenten ausgestellt. Diese sind vorwiegend zu Fuss unterwegs und haben von den Gemeinden einen klaren Grundauftrag, das Littering zu verfolgen und so für eine saubere Umgebung zu sorgen», so Judith Aklin, Kommunikationsverantwortliche der Zuger Polizei.

Spiegel der Gesellschaft

Die stetig steigenden Abfallmengen sind natürlich auch ein Spiegel unserer Gestellschaft. Es ist ein wahrer Teufelskreis: Da wir in der Schweiz über ein hohes pro Kopf Einkommen verfügen, wird entsprechend viel konsumiert und wo viel konsumiert wird, fällt viel Abfall an. Doch ganz so einfach ist es eben auch nicht, denn die ganze Misere beginnt bei der Güterproduktion. Würden jene Firmen, die Güter herstellen, von Beginn an auf die Nachhaltigkeit achten, sähe es auf dem Markt und danach in der Umwelt anders aus. Frei nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage.

Angebot und Nachfrage

Ein Beispiel: Vor geraumer Zeit kündete der Detailhandel an, dass man künftig auf die sogenannten «Raschelsäckli» verzichten will. Fakt ist; man sieht sie an den Kassen zwar nicht mehr, aber gegen ein Endgeld von zehn Rappen kann man diese nach wie vor kaufen. Zudem findet man die Tüten auch stets an allen Früchte- und Gemüseständen, dort raschelt es noch immer ganz mächtig, obwohl es längst nachhaltigere Alternativen gäbe.

Wilde Deponien

Leider gibt es unter den Konsumenten auch immer schwarze Schafe, die mit ihrem Siedlungsabfall nicht sorgsam umgehen und diesen, statt zu recyceln oder in Abfalleimern zu werfen, in der Natur entsorgen. Diesen Sündern gingen wir vergangene Woche nach. Bilder dazu hier rechts und auf Seite 13.

Zuger Woche vom Mittwoch, 1. Mai 2019, Seite 3 (27 Views)

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