E-Paper - 15. Mai 2019
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Gesellschaft Das Einbinden von Immigranten in die Gemeinschaft gestaltet sich im alltäglichen Leben nicht immer einfach. Eine grosse Hilfe kann hier der Sport sein, insbesondere der Fussball. Denn welche Sportart eignet sich besser, um den Kontakt zu anderen Menschen herzustellen und zu pflegen, als die «Weltsportart» schlechthin? Der Fussball hat betreffend Integration eindeutig grosses Potential, das noch nicht voll ausgeschöpft wurde.

Eingliederung neuer Mitbürger

Der FC Zugersee, ein Plauschverein aus dem Kanton Zug, hat dies erkannt und sich das Ziel gesetzt, Vorurteile aller Art durch die gemeinsame Freude am Fussball ins Offside zu stellen. Laut Pascal Lötscher, dem Präsident des FC Zugersee, sah es der Verein schon immer als seine Aufgabe, einen Beitrag zur Integration neuer > Seite 3 Mitbürger im Kanton zu leisten. Als die Flüchtlingsthematik in den Medien sehr präsent war, wollte der FC Zugersee nicht nur Worte, sondern auch Taten sprechen lassen und ging daher direkt auf das Migrationsamt zu. So wird der FC Zugersee im Jahre 2020, nach 2016 und 2018, wieder ein «Flüchtlingsturnier» es handelt sich dabei um das beliebte Benefizturnier «Integration durch Fussball» durchführen. Ziel ist es, dass künftig im Kanton Zug jährlich ein solches «Integrationsturnier» stattfinden wird.

Kontakt durch Fussball

Beim Turnier «Integration durch Fussball» geht es darum, mit Flüchtlingen in den Kontakt zu kommen und diesen zu pflegen. Grundsätzlich ist das Benefizturnier wie ein normales Plauschfussballturnier aufgebaut. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Teams aus je drei einheimischen Spielern und drei Spielern, die neu im Land sind, bestehen müssen. Am Turnier erhält man sowohl schweizerische, als auch internationale Köstlichkeiten, die das leibliche Wohl garantieren.

Unterstützung bei der Jobsuche

Das Benefizturnier ist aber nicht das Einzige, was der FC Zugersee für die Integration von Flüchtlingen macht: Ebenso werden Vereinsmitglieder mit Migrationshintergrund bei der Arbeitsuche unterstützt, damit diese einen Job bei einem lokalen Arbeitgeber aufnehmen können. Erfreulicherweise konnten hier schon einzelne Erfolge erzielt werden.

Spieler aus diversen Ländern

Die meisten Spieler des FC Zugersee kommen aus der Schweiz, Deutschland, Italien, Spanien, der Türkei und Ex-Jugoslawien. In den letzten Jahren durfte man unter anderem auch Somalier und Afghanen willkommen heissen. Gemäss Pascal Lötscher sind die «grössten Exoten» je ein Spieler aus den Malediven und aus dem Kongo. Beide sind langjährige Mitglieder, spielen jedoch nicht mehr aktiv mit.

Kulturelle Herausforderungen

In einer Multikultitruppe dieser Art sind Herausforderungen im gegenseitigen Umgang unvermeidlich. Darauf angesprochen sagt Pascal Lötscher: «Anfangs mussten wir vielen beibringen, wie wichtig es ist, pünktlich zu sein und sich jeweils für das Training anzumelden. Pflichtaufgaben, wie zum Beispiel die Teilnahme an Generalversammlungen, interessierte die meisten nicht oder man hatte kein Verständnis dafür. Beim Fussball verstand man sich jedoch sehr schnell. Hier ist die Anwesenheit sowie das Interesse der Dazugestossenen sogar oft grösser, als das der Alteingesessenen. Die Kommunikation hingegen ist normalerweise kein Problem, da es im Verein genügend Spieler hat, die Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch sprechen.»

Ideal für die Integration

Wie aus dem Beispiel des FC Zugersee ersichtlich ist, können Sportvereine einen grossen und wichtigen Beitrag zur Integration von Immigranten leisten. Das sieht auch Pascal Lötscher so: «Es ist jede Woche schön zu sehen, mit welcher Freude die Spieler auf dem Platz stehen und sich auf das Fussballspielen freuen. Es wird gewitzelt, teils wird es lauter, doch der Umgang bleibt stets respektvoll und freundlich. Aus meiner Sicht zeigt die Situation in unserem Club, dass Vereinssport wie Fussball ideal für die Integration von Mitmenschen ist. Das Runde muss ins Eckige … und das ist auf der ganzen Welt so». www.fczugersee.ch.

redaktion@zugerwoche.ch

Zuger Woche vom Mittwoch, 15. Mai 2019, Seite 3 (11 Views)

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