E-Paper - 29. Mai 2019
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Opferhilfeberatungen: starke Zunahme

2018 registrierten die Opferhilfestellen insgesamt 41'540 Beratungen und damit eine Zunahme um rund sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies geht aus der neusten Erhebung der Opferhilfestatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.  

Schweiz/Zug Von den 41'540 Beratungen im Jahr 2018 wurden 70 Prozent von weiblichen Opfern oder Angehörigen in Anspruch genommen; 17 Prozent der Betroffenen waren zum Beratungszeitpunkt minderjährig und 55 Prozent verfügten über die Schweizer Staatsbürgerschaft. 48 Prozent der Beratungen gingen auf eine Körperverletzung oder Tätlichkeit zurück, elf Prozent betrafen sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung.

Gewaltdelikte

Bei 20'959 Beratungen war Gewalt im familiären Bereich im Spiel; in zwei Dritteln dieser Fälle wurde die Gewalt vom (Ex-)Partner oder von der (Ex-)Partnerin und in rund einem Drittel von Familienangehörigen oder Verwandten ausgeübt. Etwa zehn Prozent der Beratungen (4274) wurden von Betroffenen im Sinne des Bundesgesetzes über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981 (AFZFG, SR 211.223.13) in Anspruch genommen. Die meisten Beratungsfälle (56 Prozent) stammten von Männern, 75 Prozent gingen auf eine Straftat gegen das Strafgesetzbuch, ein Siebtel davon auf eine Sexualstraftat zurück. Die detaillierten Daten finden Sie unter: Statistik Schweiz Beratungen und Leistungen  

Entschädigungen und Genugtuungen

2018 wurden 1255 Gesuche für Entschädigungs- oder Genugtuungsleistungen und Entschädigungsvorschüsse gestellt. 52 Prozent dieser Gesuche wurde stattgegeben. Die Beratungsstellen haben > Seite 2

den Opfern 1,3 Millionen Franken Entschädigungsleistungen und 4,7 Millionen Franken Genugtuungsleistungen ausbezahlt. Die detaillierten Daten finden Sie unter: Statistik Schweiz Entschädigungen und Genugtuungen  

Erklärungen: Opferhilfe

Jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist, kann eine unentgeltliche Beratung nach Opferhilfegesetz in Anspruch nehmen. Beraten werden in erster Linie die Opfer und die Angehörigen (Partner/in, Eltern, Kinder und so weiter) sowie Fachpersonen. Das Opfer und seine Angehörigen haben Anspruch auf eine Entschädigung für den erlittenen Schaden infolge Beeinträchtigung oder Tod des Opfers. Sie haben Anspruch auf eine Genugtuung, wenn die Schwere der Beeinträchtigung es rechtfertigt.

PD/DK

Zuger Woche vom Mittwoch, 29. Mai 2019, Seite 1 (33 Views)

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