E-Paper - 29. Mai 2019
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«Ich bin zufrieden so wie es läuft»

Von Dany Kammüller

Name: Walter Lipp

Beruf: Gemeindepräsident

Wohnort: Baar

Interview Walter Lipp (55) trat vor 17 Jahren (2002) die Nachfolge von Beat Villiger als Gemeindeschreiber in Baar an. In dieser Zeit sah er drei Gemeindepräsidenten kommen und gehen: Urs Perner (CVP), Jürg Dübendorfer (FDP) und Andreas Hotz (FDP). Und dann kam er, der neue Gemeindepräsident Walter Lipp, der im Oktober 2018 von den Baarern mit einem Glanzresultat gewählt wurde. Er stammt aus einer politisch engagierten Familie, aber er selbst wollte eigentlich nie in die Politik. Aber wie heisst es doch so schön: «Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.» Wir sprachen mit ihm über seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Walter Lipp, bei deinem Amtsantritt als Gemeindeschreiber der Kommune Baar vor 17 Jahren sagtest du, dass du keine Politkarriere anstrebst. Wie kam dein Sinneswandel zustande?

Der Mensch muss flexibel sein. Ich stellte mir nach 50 die Frage, ob ich bis zum Pensionsalter Gemeindeschreiber bleiben möchte oder nicht. Ich gab die Frage weiter an den Souverän von Baar und dieser gab mir eine sehr positive Rückmeldung.

Nun, vor acht Monaten wurdest du in den Baarer Gemeinderat und auch als Gemeindepräsident gewählt. Was für Gefühle kommen heute in dir hoch, wenn du mit ein wenig Distanz an diese Wahl zurückdenkst?

Die ganzen Wahlen waren von der Nomination bis zum Wahltag eine spezielle und aufregende Geschichte, die ich nicht missen möchte. Es war für mich eine lehrreiche Zeit. Über das Wahlergebnis habe ich mich natürlich sehr gefreut.

Du tratest die Nachfolge von Andreas Hotz an, der die letzten zwölf Jahre (2007 bis 2018) das Amt des Präsidenten innehatte und sehr erfolgreich ausübte. Ein schweres Erbe. Wie gross war/ist dein Respekt vor diesem Amt, als du realisiertest, dass du in seine Fusstapfen treten wirst?

Die Freude war gross und der Respekt vor der Herausforderung ist geblieben. Die Vorgänger haben allesamt sehr gute Arbeit geleistet und es ist mir ein Anliegen, diese Arbeit weiterzuführen. An den Fusstapfen durfte ich in all den Jahren als Gemeindeschreiber schnuppern.

Was waren deine ersten Amtshandlungen, denen du dich gewidmet hast?

Ich habe Gespräche mit meinen Kolleginnen und Kollegen vom Gemeinderat geführt und die Ämterzuteilung gemacht. Ebenfalls habe ich meine Nachfolgerin Andrea Bertolosi bei ihrer Ankunft in Baar begleitet.

Wie sehen deine persönlichen Ziele aus, wohin willst du das Gemeindeschiff in den nächsten Jahren steuern?

Gemeinsam wollen wir schauen, dass die Gemeinde weiterhin lebenswert und attraktiv ist und bleibt. Dabei spielen verschiedene Faktoren und gute Entscheidungen eine wichtige Rolle.

Wo siehst du die Gemeinde in zehn bis zwanzig Jahren?

Wenn wir zu unseren Werten schauen, wird es uns der Gemeinde Baar mit Bestimmtheit auch in zwanzig Jahren noch gut gehen.

Glaubst du, dass es im Kanton Zug dereinst zu ähnlichen Gemeindezusammenschlüssen, wie beispielsweise im Kanton Glarus kommen könnte, wird oder sogar muss?

Diese Frage wird nicht in meiner Amtszeit entschieden. Bevor es soweit ist, wird noch viel Wasser die Lorze abfliessen. Ich persönlich kann mir in weiter Zukunft eine neue Form von «Gemeindeorganisation» vorstellen. Aber hoffentlich ohne Parlament.

Was sollte sich deiner Meinung auf politischer Ebene im Kanton Zug ändern?

Ich bin zufrieden so wie es läuft. Kanton und Gemeinden sollen sich weiterhin auf Augenhöhe begegnen und gemeinsam die Herausforderungen anpacken.

Welches sind deine drei Lieblingsorte in Baar?

Die Baarburg mit Blick auf die Brauerei Baar, das Friedenskreuz in Deinikon und der Weberhof in Allenwinden.

Dein Schlusswort an die Leserschaft lautet?

Sind wir glücklich an dem was wir haben und gönnen es den anderen auch.

Persönliche Anmerkung

Ich wünsche mir beim eidgenössischen Schwingfest einen Innerschweizer Schwingerkönig.

Zuger Woche vom Mittwoch, 29. Mai 2019, Seite 11 (38 Views)

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