E-Paper - 05. Juni 2019
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«ZUGekleistert»

Bruno Birrer aus Cham ist stets besorgt, die Gemeinde sauber zu halten. Des Öfteren schwingt sich das bekannte Dorforiginal in seinen Velosattel, montiert einen kleinen Wagen am Drahtesel und macht sich auf, die Gemeinde Cham vom lästigen Müll zu befreien. Dabei sind ihm die «Chläberli» ein Dorn im Auge: «Wenn die Motive schön sind, ist es noch vertretbar. Aber dieses haltlose Zukleistern von Strassenlaternen oder Abflussrohren ist mir ein Rätsel. Zumal diesen Klebern kaum Beachtung geschenkt wird.»

Eine bessere Plattform bieten

Nichtsdestotrotz betrachtet Birrer den Jugendkult nicht im Allgemeinen als negativ. Gerne würde er diesem sogar eine Plattform bieten, die mehr Aufmerksamkeit generiert: «Eine gute Lösung fände ich Tafeln, die am Strassenrand platziert werden. Wenn dort jeder seine Sticker aufklebt, erhält man nach einiger Zeit eine Collage, die das Gedankengut und die Interessen einer ganzen Generation widerspiegelt. Man könnte diese Collagen archivieren vielleicht ergäbe dies eines Tages eine fantastische Ausstellung.» Bestimmt würde den Klebern so auch mehr Beachtung geschenkt werden, ist sich Birrer sicher. «Wer macht schon gerne vor einer Strassenlaterne Halt, um diese genauer unter die Lupe zu nehmen? Da wird man ja nur blöd angeguckt», meint der Chamer schmunzelnd.

Auch Kunstwerke leiden

Besonders schade findet Birrer, dass auch vor Kunstwerken kein Halt gemacht wird. In Cham befinden sich drei sockelartige Skulpturen, die ebenfalls schon von lästigen Stickern befreit werden mussten. Die Rückstände sieht man heute noch und das wird sich wohl auch nicht mehr ändern (siehe Bild ganz rechts in der Mitte).

Strafe für Stickerfans?

Auf Anfrage der Zuger Polizei begeht ein Mensch mit dem unbefugten Anbringen von Stickern eine Sachbeschädigung. Dabei handelt es sich um ein Antragsdelikt. Der Eigentümer muss eine Anzeige einreichen. Dasselbe gilt im Übrigen auch für unbefugtes Plakatieren. Hier kann eine Ordnungsbusse von 100 Franken ausgestellt werden, insofern jemand auf frischer Tat ertappt wird. Zur Rechenschaft gezogen werden können aber auch Personen, die das «wilde Plakatieren» veranlasst haben.

Ein Rätsel zum Schluss

In den vergangenen Wochen besonders aufgefallen ist ein ganz bestimmter Sticker. Bedruckt ist er mit einer verpixelten Chilischote (siehe Bild rechts unten). Kein Text, kein Urheber, kein Hinweis. Trotz umfassender Recherche konnte unsere Redaktion nicht ermitteln, worum es sich bei dem Symbol handelt oder was es ausdrücken soll. Wissen Sie etwas darüber? Teilen Sie es uns mit! Wir freuen uns auf Ihren Hinweis.

redaktion@zugerwoche.ch

Zuger Woche vom Mittwoch, 5. Juni 2019, Seite 3 (30 Views)

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