E-Paper - 12. Juni 2019
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«Der grösste Vorteil ist die Nähe»

Von Dany Kammüller

Name: Daniel Schillig

Beruf: Gemeindepräsident/Landwirt

Wohnort: Neuheim

Interview Daniel Schillig (54) ist gelernter Landwirt. Er ist verheiratet und Vater von vier Kindern. Schon seit geraumer Zeit ist er politisch engagiert. Er ist ein Querdenker, der mit seinen Ansichten auch mal aneckt. 2014 bewarb er sich bei den Wahlen um einen Gemeinderatssitz und wurde auf Anhieb gewählt. 2018 wurde er in seinem Amt bestätigt und eroberte für die CVP, in einer sehr knappen Wahl, auch das Präsidentenamt. Wie sieht er die Zukunft der kleinsten politischen Gemeinde im Kanton Zug und was will er anders machen als seine Vorgänger? Erfahren Sie mehr im nun folgenden Interview.

Daniel Schillig, im vergangenen Oktober wurdest du hinter Marcel Güttinger mit dem zweibesten Wahlresultat im Amt bestätigt. Gutes Gefühl, oder?

Natürlich freut man sich. Jetzt sind aber bereits sieben Monate seit den Wahlen vergangen und nun zählt die Leistung.

Gleichzeitig hast du auch den amtierenden Gemeindepräsident Roger Bossart heraufgefordert und die Wahl am Ende mit nur vier Stimmen Unterschied gewonnen. Dein erster Gedanke nach der Wahlbestätigung war?

Das war knapp.

Du bist für die Bauabteilung in der Gemeinde zuständig. In den kommenden Jahren stehen diverse bauliche Investitionen in Millionenhöhe an. Kann die kleinste Zuger Gemeinde das auch finanziell tragen?

Investitionen in notwendige Einrichtungen und der fachgerechte Unterhalt unserer Infrastruktur sind unabdingbar. Sparen wir am falschen Ort, wird uns die Rechnung einfach verzögert präsentiert. Hier gilt es mit den richtigen finanzplanerischen Instrumenten die nötigen Grundlagen für ein tragbares Budget zu schaffen.

Die Sanierung des vor 26 Jahren gebauten Mehrzweckgebäudes (Kredit über 900'000 Franken) wirft Fragen auf. Wie kam es dazu, dass ein solches Gebäude nach knapp drei Jahrzehnten in einem solch desolaten Zustand ist? Ist man heute nicht mehr fähig, Gebäude mit langer Lebensdauer zu bauen?

Beim Merzweckgebäude im Neuhof hat man tatsächlich zu lange gewartet um notwendige Instandstellungsarbeiten an die Hand zu nehmen. Nun hat der Gemeinderat zusammen mit der zuständigen Abteilung reagiert. Bis im Herbst 2019 wird ein Konzept für die Nutzung, Entwicklung und Werterhaltung aller Gemeindeliegenschaften erstellt.

Du sagst, dass dir eine massvolle Entwicklung der Gemeinde am Herzen liegt. Wie soll diese Entwicklung denn aussehen?

Neuheim ist bekannt für seine sehr hohe Lebensqualität. Diese muss erhalten oder wo möglich noch verbessert werden. Im Rahmen der Gesamtrevision der Ortsplanung werden die räumlichen Entwicklungsziele, der Bericht über die Mobilität und die Entwicklung der Landschaft im Allgemeinen durch die Ortsplanungskommission definiert und zur Beschlussfassung vorgelegt. Dies wird die Grundlage der Entwicklung unserer Gemeinde für die nächsten 15 Jahre sein.

Neuheim ist die kleinste Zuger Gemeinde. Klein sein hat Vor- und Nachteile. Wo siehst du eure Vor- und wo die Nachteile?

Der grösste Vorteil ist die Nähe in allen Bereichen. Man kennt sich. Das hat unter anderem dazu geführt, dass Neuheim mit über 50 Vereinen ein sehr intensives Dorfleben zu bieten hat. Klein sein kann auch nachteilig sein. Zum Beispiel sind die Initialkosten bei Projekten und Aufgaben bei kleinen Gemeinden oft unwesentlich tiefer als bei grösseren Gemeinden.

Neuheim hat sich vom Bauerndorf zu einer stattlichen, florierenden Gemeinde entwickelt. Was muss man deiner Meinung nach tun, damit man dieses Status quo behalten kann?

Deine Feststellung ist korrekt. Neuheim ist eine moderne Gemeinde mit ländlicher Atmosphäre. Den Status quo beibehalten ist aber nicht die Lösung. Es würde bedeuten, mit dem Ist-Zusand zufrieden zu sein. Eine vernünftige, fortwährende Entwicklung aller Bereiche der öffentlichen Hand ist immer mein Ziel.

Wo siehst du Neuheim und den Kanton Zug in 25 Jahren?

Im Kanton Zug leben wir in einem fortschrittlichen und weltoffenen Umfeld. Was als solches gut ist. Die internationale Vernetzung wird noch zunehmen. Gerade da ist das Gefühl von Geborgenheit, Sicherheit und intakte Strukturen von enormer Wichtigkeit. Neuheim wird dies auch in der Zukunft bieten können.

Was sollte sich im Kanton Zug auf politischer, sozialer und gesellschaftlicher Ebene ändern?

Veränderung beginnt mit uns selber. Mich freut es, wenn sich Leute engagieren und egal auf welcher Ebene aktiv sind. Damit ist der erste Schritt schon getan.

Welches sind deine drei Lieblingsorte in Neuheim?

Der Dorfplatz mit seinem Charme, der Josefsgutsch mit seiner Aussicht und die Burgweid mit dem Gefühl von Heimat sind meine Lieblingsorte in Neuheim.

Dein Schlusswort an die Leserschaft lautet?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und bis bald einmal in Neuheim.

Daniel Schillig, danke für dieses Interview

Zuger Woche vom Mittwoch, 12. Juni 2019, Seite 11 (15 Views)

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