E-Paper - 11. September 2019
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Misstrauen Sie den Negativzinsen

Von Stefan W. Huber

«Negativzinsen sind unerlässlich» predigt unsere Nationalbank seit Jahren. Viele glauben den Ökonominnen und Ökonomen dieses Mantra und vertrauen der Nationalbank blind. Schliesslich sind sie Experten und wissen das selbstverständlich besser als wir.

GLP Seit 2015 rechtfertigt die Nationalbank die Negativzinsen mit den Folgen, die ein starker Franken auf die Exportindustrie haben würde. Das mag stimmen. Doch mittlerweile zeigt sich, was für einen hohen Preis wir für diese Klientelpolitik zahlen. Dazu eine kleine Kosten-Nutzen-Rechnung.

Der Nutzen der Negativzinsen besteht darin, dass durch die künstliche Schwächung des Frankens exportorientierte Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen günstiger im Ausland verkaufen können und die Schweiz für ausländische Touristen attraktiv bleibt. Aber, da der Franken künstlich geschwächt wird, können Unternehmen auch nicht von günstigeren Importen profitieren und weil die Schweiz die meisten Rohstoffe und Produkte importiert, führt dies zu höheren Preisen im Inland. Darunter leiden nicht nur die Unternehmen, sondern auch wir Konsumentinnen und Konsumenten. Zusätzlich zu den höheren Preisen, die alle bezahlen, entsteht ein erhöhter Zinsdruck auf Pensionskassen- und AHV-Gelder. Die Negativzinsen kosten unsere Vorsorgeeinrichtungen bereits jetzt Milliarden.

Und die nächste verheerende Folge der Negativzinsen steht schon vor der Tür: Bereits jetzt geben die Geschäftsbanken einen Teil der durch Negativzinsen entstandenen Kosten an ihre Kunden weiter. Nicht mehr lange und auch die Guthaben der Kleinsparerinnen und Kleinsparer werden negativ verzinst. Natürlich kann man argumentieren, das alles schützt Arbeitsplätze in der Exportindustrie und im Tourismus. Aber besteht der Auftrag der Nationalbank darin, protektionistisch bestimmte Branchen zu privilegieren und alle anderen zu diskriminieren? Haben Sie den Mut sich ihres eigenen Verstandes zu bedienen, ignorieren Sie die SNB-Ökonomen für einmal, und entscheiden Sie selbst: Sind angesichts des beschränkten Nutzens für einige wenige, die gigantischen Kosten für uns alle gerechtfertigt? www.zg.grunliberale.ch

Zuger Woche vom Mittwoch, 11. September 2019, Seite 20 (19 Views)

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