E-Paper - 11. September 2019
Zuger Woche
E-Paper - Auswahl
E-Paper - Ansicht
 
 

Geduld bringt erste Knospen, Rosen folgen

Von Barbara Gysel

Früher hat das Frausein alleine politische Mandate ausgeschlossen, jetzt noch temporär die Mutterschaft aber auch das werden wir überwinden.

SP Seit 171 Jahren wird in unserem Zuger Kantonsrat getagt. Lange Zeit, während 126 Jahren, blieben die Männer allein. Die Einführung des Frauenstimmrechts anfangs der 1970er war eine zivilisatorisch notwendige Nachholaktion, sie geschah 53 Jahre nach Deutschland, 52 Jahre nach Österreich, 27 Jahre nach Frankreich und 26 Jahre nach Italien. In Zug stimmten 59 Prozent der (männlichen) Stimmbürger zu. 1974 bis 1978 gab es dann bei uns zwar erst zwei weibliche Kantonsrätinnen; heute sind wir 22 Frauen von 80 Mitgliedern. Sie sehen: Geduld bringt erste Knospen; die Rosen werden folgen.

Hoffnung habe ich künftig in zweierlei Hinsicht. Erstens kann der kommende Wahlherbst das Manko aufheben, dass Zug bisher noch nie durch eine Frau in Bern vertreten wurde. Ich erinnere mich noch gut an die verwunderten Gesichter, als wir vor ein paar Jahren am internationalen Frauentag diesen schwarzen Fleck thematisierten. Es würde Zug nicht gerecht, wenn wir künftig das Schlusslicht aller Kantone bilden schliesslich hat Zug eine Tradition der Offenheit und an fachkompetenten Kandidatinnen mangelt es heuer ja nicht.

Zweitens haben wir für das kantonale Parlament Hausaufgaben zu erledigen. Wenn eine frischgebackene Mutter ihren Anspruch auf die Mutterschaftsversicherung nicht verlieren will, darf sie temporär nicht am Ratsbetrieb teilnehmen. Gegen diesen strukturellen Missstand beschlossen wir dank des Engagements von zwei betroffenen Kantonsratskolleginnen eine Standesinitiative. Miliz-Parlamentarierin plus junge Mutter zu sein, darf kein «Widerspruch» mehr sein. Das Potenzial ist da. Die Maturitätsquote beträgt bei jungen Frauen im Schnitt 57 Prozent. Oder nach Avenir Suisse: «Die Bildungszukunft gehört laut Statistiken den Mädchen». Die Entwicklung ist zwar erfreulich, gleichzeitig sollten wir auch die Bedürfnisse der Jungen berücksichtigen. Trotz hohen Qualifikationen von Frauen eine nullprozentige weibliche Vertretung in Bern? Das lässt sich ändern. www.sp-zug.ch

Zuger Woche vom Mittwoch, 11. September 2019, Seite 20 (13 Views)

ZURÜCK ZUR SEITE

 
 

<   September   >
Mo Di Mi Do Fr Sa So
            1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30